Keine Tank- und Rastanlagen am Wohngebiet

Bürger des Heideplangebietes in Bergfelde gegen die Tank- und Rastanlagen "Briesetal"

Presse: Übergabe von 4.500 Unterschriften gegen die in Ortslage Bergfelde geplanten Tank- und Rastanlagen

 VonRedaktion am 

Wir haben gestern Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Montag 4500 Unterschriften gegen die geplanten Tank- und Rastanlagen "Briesetal" übergeben - die Presse war mit dabei und hat berichtet.

Wir dokumentieren im Folgen mit freundlicher Genehmigung die beiden Artikel, die in der Märkischen Allgemeinen Zeitung und im Oranienburger Generalanzeigers heute über die Aktion erschienen sind.

Märkische Allgemeine Zeitung

Unter dem Titel "Selbst Alternativen gesucht - Kritik an Landesplanung / 4500 Unterschriften übergeben" berichtet die Märkiche Allgemeine am 5. April:

„Eklatante Planungsmängel“ wirft die Bürgerinitiative (BI) A 10-Nord Birkenwerder und Hohen Neuendorf mit ihrer AG Tank- und Raststellen den Landesplanern vor.

Ihr „Vorzugsstandort“ für die Tank- und Rastanlagen „Briesetal“ in unmittelbarer Nähe von Bergfelde würde die Lebensqualität der hier wohnenden Menschen bedrohen und einen beträchtlichen Eingriff ins Landschaftsschutzgebiet bedeuten, indem 170 000 Quadratmeter Wald der Säge zum Opfer fielen.

Das wollen die Bürger keineswegs hinnehmen und haben deshalb mit 4500 Unterschriften ihren Protest bekundet. Die Planung sei bereits vor 20 Jahren erfolgt, ohne dass bis heute mit den betroffenen Kommunen nach sinnvollen Lösungen gesucht wurde, so der Vorwurf. Auch die Veränderungen, die sich seither mit der Bebauung am Heideplan vollzogen haben, scheinen keine Rolle zu spielen.

Die BI als Interessenvertreter der Betroffenen vermisst die Suche nach alternativen Lösungen von Seiten der zuständigen Landesbehörden. Deshalb haben sich die BI-Aktivisten selbst darangemacht, Vorschläge zu unterbreiten. Sie sind auf sieben Stück gekommen, darunter als erstes ein Standort am neuen Gewerbegebiet von Oranienburg nahe der A 10 am Kreuz Oranienburg direkt an der B 96 neu. Auch den Ausbau der bereits vorhandenen Tank- und Rastanlage „Wolfslake“ hält die BI für sinnvoll oder das schon vorhandene Gewerbegebiet zwischen Autobahndreieck Pankow und der Anschlussstelle Mühlenbeck. „Wir werden das prüfen“, versprach Vogelsänger. Wie er sagte, könne er die Sorgen der Anwohner nachempfinden. Er machte jedoch auch deutlich, dass Mobilität „Rahmenbedingungen brauche“, zu denen eben auch zusätzliche Tank- und Raststätten gehörten, damit die Lkw-Fahrer ihre Ruhezeiten einhalten können. „Sie finden keinen Standort ohne Beeinträchtigung von Mensch und Natur“, so der Minister.

„Ich bin gespannt“, meinte Volker Puschert nach dem Treffen mit Vogelsänger. Übertriebene Erwartungen hat der Vertreter der BI nicht, freut sich aber, dass beide Seiten nun ins Gespräch gekommen sind.

Vor dem Termin mit dem Landesminister vorm Büro des SPD- Landtagsabgeordneten Alwin Ziel in Hohen Neuendorf, der den Kontakt vermittelt hatte, hatte die BI auch ein Schreiben an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer in den Briefkasten gesteckt. Darin enthalten die Bitte, auf keinen Fall den Richtlinienvorentwurf mit dem Vorzugsstandort Briesetal mit einer Tank- und Rastanlage zu bestätigen.

Die BI kämpft nicht allein auf weiter Flur. Die Stadtverordnetenversammlung Hohen Neuendorf hatte sich bereits 2009 mit einem Beschluss gegen die „Vorzugsvariante“ ausgesprochen. „Das war heute nicht das Ende unserer Aktion“, betonte BI-Vertreter Matthias Schwanke. Es werden weiterhin Unterschriften gesammelt und Aktionen gestartet. „Jetzt geht es erst richtig los“, kündigte Schwanke an.

Oranienburger Generalanzeiger

Im Oranienburger Generalanzeiger vom 5. April 2011 titelt Heike Weißapfel 4500 mal Nein und schreibt:

Sie fordern den Minister auf, seinen Einfluss im Sinne einer besseren Planung geltend zu machen. Seit Jahren protestiert die Initiative gegen den Standort für die Rastanlagen an der Autobahn in der Nähe des Siedlungsgebietes und stellen Planungsmängel dar. Sowohl die Lebens- und Wohnqualität der Einwohner als auch die schützenswerte Natur wären von den Tank- und Rastanlagen erheblich negativ betroffen. Die BI hat daher auch selbst Alternativ-Standorte vorgeschlagen, unter anderem einen am neuen Gewerbegebiet von Oranienburg an der B96-neu. Der nächste mögliche Standort am Berliner Ring liegt zwischen der Schönerlinder Straße (Bundesstraße 109) und der Hobrechtsfelder Chaussee, so ein weiterer Vorschlag.

Zwei dicke Aktenordner mit 564 Listen übergab Max, der Dachs, das Maskottchen der Initiative am Büro des SPD-Landtagsabgeordneten Alwin Ziel dem Minister. Der versprach, die Einwände ernst zu nehmen und sagte eine Prüfung der Unterlagen zu. Die Sorgen der Einwohner könne er nachempfinden und nicht bestreiten, dass das Vorhaben einen Eingriff in die Natur darstelle. Vogelsänger machte den Hohen Neuendorfern dennoch keine übermäßigen Hoffnungen.

Mobilität benötige auch Rahmenbedingungen wie Parkplätze und ebenso Rastanlagen. „Ich bin auch nicht so optimisch wie Sie, was alternative Standorte betrifft“, erklärte Jörg Vogelsänger. „Sie werden es nicht schaffen, einen Standort zu finden, an dem weder Natur noch Bürger beeinträchtigt sind und es keine Konflikte gibt.“

Mit der positiven Bevölkerungsentwicklung steige auch die Verkehrsbelastung – dafür werde die A10 sechsspurig ausgebaut, sagte der Minister, und so seien eben auch Tank- und Rastanlagen wichtig. Das bestreitet die Initiative gar nicht. „Wir denken, es gibt genügend Standorte. Sie suchen nur nicht“, kritisierte Volker Puschert deutlich die Landesbehörde. Vor 20 Jahren seien die Standorte festgelegt worden, ohne dass bis heute mit den betroffenen Kommunen sinnvolle Lösungen gesucht und Veränderungen, die inzwischen stattgefunden haben, berücksichtigt würden.

Antennen Brandenburg

Im Hörfunk waren wir in den Nachrichten von Antenne Brandenburg.

RBB

Im Fernsehen hat Brandenburg aktuell über die Übergabe der Unterschriften berichtet.